Alle Menschen, die in Bayreuth leben, sollen die Möglichkeit zur Teilhabe bekommen. Sichtbare wie unsichtbare Behinderungen brauchen deutlich mehr politische Unterstützung. Wir werden gezielte Sensibilisierung betreiben. Dafür arbeiten wir schon am Aufbau eines Inklusionszentrums, in dem sowohl der zugängliche Austausch als auch Schulungen stattfinden können. Hierfür ist es wichtig, eng mit Betroffenen zusammen zu arbeiten und Vereine untereinander zu vernetzen. Berührungsängste werden wir abbauen, gegenseitiges Verständnis fördern.
Deutsche Gebärdensprache (DGS) muss einen Platz in der Mitte unserer Gesellschaft finden. Kurse und Weiterbildungen werden wir fördern und als festen Bestandteil in Kitas, Schulen und die Erwachsenenbildung integrieren. Je mehr Menschen mit den Grundlagen der Gebärdensprache vertraut sind, desto besser können Gehörlose im sozialen wie auch im beruflichen Miteinander teilhaben. So können Gehörlose und Hörende leichter in Kontakt treten, Arbeitslosigkeit wird entgegengesteuert und dem Arbeitsmarkt steht eine breitere Menge qualifizierter Arbeitnehmer zur Verfügung.
Aktuell arbeiten wir an einem Projekt, um gemeinsam mit Gehörlosen eine erleichterte Kommunikation in Alltagssituationen zu ermöglichen. So sollen alltägliche Gebärden präsent und schnell abrufbar sein, um die Integration in den Alltag zu fördern.
„Deaf Space“ ist ein Raumgestaltungskonzept das sich zum Ziel setzt, Sichtkontakt zu erleichtern und so die Kommunikation zu verbessern. Das Konzept kann vielerorts mit verhältnismäßig wenig Neuanschaffungen umgesetzt werden.
Wir brauchen eine daran orientierte Überprüfung und Veränderung der städtischen Behörden, um beispielsweise Lippenlesen ununterbrochen zu ermöglichen. Arbeitgeber und andere Institutionen, die sich ebenfalls gehörlosenfreundlich umgestalten, sollen über uns eine Kontaktstelle zur Hilfe für Ideen und Umsetzung erhalten.
Gehbehinderte Menschen haben besonders in der kalten Jahreszeit häufig übersehene Hürden zu meistern. Hier muss es vermehrte und bezahlbare Angebote für Räumdienste geben. Busfahrer im ÖPNV müssen im Allgemeinen, insbesondere aber bei nassen Verhältnissen, zur rücksichtsvollen Fahrweise sensibilisiert werden.
Bayreuth kann auch für Touristen inklusiver gestaltet werden, wenn die Stadt einen barrierefreien Stadtplan anbietet, in dem Hindernisse erfasst und markiert, rollstuhlgerechte Orte hervorgehoben und barrierefreie Geschäfte genannt werden. So wird der Weg durch die Stadt sicherer, vermeidbare Hindernisse fallen leichter auf und regionale Läden haben eine Möglichkeit, sich durch Barrierefreiheit zusätzlich abzuheben.
In Bundesländern wie Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern oder auch Rheinland-Pfalz gibt es zusätzlich zum blauen Parkausweis ab 80% Behinderungsgrad bei Gehbehinderung den gelben Parkausweis. Dieser ist auch mit geringerem Grad der Behinderung beantragbar, sofern ein Bewegungsradius von maximal 100 Metern vorliegt. Wir möchten den gelben Parkausweis auch in Bayreuth einführen.
Taktile Bodenleitstreifen sind eine Notwendigkeit für blinde und sehbehinderte Menschen, um sich selbstständig und sicher in der Innenstadt zu bewegen, sie ständig freizuhalten und dementsprechend Verstöße konsequent zu ahnden ist Aufgabe der Stadt. Außerdem werden wir einen Ausbau des Leitstreifennetzwerks und Audio-Signal unterstützter Ampeln vorantreiben.
Bushaltestellen sind wertvolle Knotenpunkte im städtischen Alltag. Wer nicht oder nur schlecht sehen kann hat hier leider keine Möglichkeit, sich zu orientieren. Ein akustisches Informationssystem, welches die ankommenden Linien und nächsten Abfahrtszeiten nennt, ist hier ein einfacher Weg zu mehr Teilhabe.
Außerdem wollen wir die Bayreuther Geschäfte bei der Umsetzung von Inklusionsarbeit unterstützen. Sei es bei der Anschaffung von mobilen Rampen, bei Fortbildungen oder anderen Ansätzen. Ein ausdrückliches Augenmerk richten wir auf die Anbringung von Geländern, welche möglichst flächendeckend vorangetrieben wird.
Inklusionsmaßnahmen sind in vielen Fällen auch nach längerer Krankheit notwendig. Ganz gleich ob körperliche oder psychische Erkrankungen: der Weg zurück ins Arbeitsleben gestaltet sich nach der Genesung oft schwierig. Wir planen eine enge Zusammenarbeit von Stadt, Jobcenter und Arbeitssuchenden, um genau dort unterstützend einzugreifen.
Eine erfolgreiche Arbeitssuche kann nach einer erfolgreich therapierten Erkrankung die Genesung fördern und zu schnellerer und sicherer Selbstständigkeit führen.
Besonders mit Hinblick auf psychische Erkrankungen und Suchterkrankungen ist es unser Ziel, durch breite Aufklärung Vorurteile abzubauen und den Wiedereinstieg sowohl im sozialen Bereich als auch im Arbeitsumfeld zu erleichtern. Hierzu zählen Veranstaltungen im Rahmen der Inklusionsarbeit, aber auch gezielte Aufklärung an Schulen und in Jugendgruppen.